Liberale sehen sich nach Wahlerfolgen im Aufwind

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Allgemein | 18. November 2021

Auf ihrem Kreisparteitag in Möhringen blickt die FDP zufrieden auf die letzten Jahre. Der Kreisverband macht weiter unter der bisherigen Führung.

04.11.2021

Die Freien Demokraten haben gute Jahre hinter sich. Das wurde auch beim Kreisparteitag in der Möhringer Angerhalle deutlich. Die Berichte fielen durchweg positiv aus, und die Freude ist groß, dass sich die Partei nach dem Tiefpunkt 2013 konsolidiert hat. Vor acht Jahren noch verfehlten die Liberalen den Einzug in den Bundestag, und heute reiht sich ein Wahlerfolg an den nächsten.

Nach krankheitsbedingter Auszeit konnte der Kreisvorsitzende Hans-Peter Bensch von einer erfreulichen Entwicklung der Mitgliederzahlen berichten. So zählt die Partei im Kreis aktuell 185 Mitglieder – 27 mehr als zuletzt.

FDP beliebt bei Jungwählern

Mit Genugtuung haben Bensch und sein Vorstandsteam registriert, dass die FDP bei den Bundestagswahlen gerade für die Jungwähler sehr attraktiv gewesen ist. Nico Reith, Landtagsabgeordneter aus Donaueschingen, kann diesen Trend nach vielen persönlichen Begegnungen bestätigen. „Wir haben viele jungen Mitglieder gewonnen“, so Reith, was sich auch positiv auf die Arbeit der Jungen Liberalen auswirke. Und noch anders als in früheren Zeiten seien es nicht unbedingt die Eltern, die ihren Nachwuchs für die FDP begeistern.

Nachholbedarf hat die Partei freilich nach wie vor beim Frauenanteil in der Mitgliedschaft, der im Kreisverband aktuell bei 26 Prozent liegt. „Im Vergleich zu anderen Kreisverbänden sind wir eher gut“, so Bensch, doch selbstverständlich gebe es noch Luft nach oben. Doch der Blick auf die alten und neuen Vorstandschaft offenbart, dass der Weg in dieser Frage noch weit sein dürfte.

Keinen Nachholbedarf gibt es derweil beim „Trossingen“-Anteil in der Partei, was sich auch beim Parteitag mit großer Delegation aus der Musikstadt zeigte. Aktuell steuern die Trossinger 53 Mitglieder zum Mitgliederbestand des Kreisverbandes bei. Mit Ernst Pfister hatte auch ein Trossinger die Sitzungsführung übernommen. Er musste sich in dieser Funktion durch eine langes Programm mit 21 Tagesordnungspunkten ackern – eine Agenda, die zum größten Teil aus Wahlen bestand. Bei der Abstimmung zur Besetzung des Vorstands zeichnete sich Kontinuität ab. Hans-Peter Bensch bleibt Kreisvorsitzender, und auch seine Stellvertreter Paul Haug, Andreas Anton und Marcel Aulila stellten sich erneut der Wahl und wurden jeweils mit großer Mehrheit gewählt. Schatzmeister bleibt Heinrich Lachenmaier. Beisitzer sind Dr. Hilmar Fleischer, Antje Spehn, Karl Haller, Oliver Lehnhardt und Katja Reinschmidt.Delegierte für den Landesparteitag sind Dr. Andreas Anton, Marcel Aulila, Claus-Peter Bensch, Hans-Peter Bensch, Karl Haller, Antje Spehn und Richard Grams. In den Landeshauptausschuss werden Anton und Aulila entsandt.

Zuvor hatten die Landtagsabgeordneten Niko Reith und Daniel Karrais über ihre Arbeit im Landtag berichtet. Beide fuhren starke Wahlergebnisse ein und sprachen über die Oppositionsarbeit in Stuttgart, so beispielsweise über die Wiederbelebung des Programms „Invest BW“, das allein dem Wahlkreis 4,6 Millionen Euro beschert habe, wie Reith sagte. Karrais mahnte, trotz guter Zeiten für die Liberalen nicht abzuheben „und sich von Neidern nicht auseinanderdividieren zu lassen“. Aus privaten Gründen nicht anwesend sein konnte Dr. Andreas Anton, dessen starkes Wahlergebnis bei der Bundestagswahl gleich mehrfach gewürdigt wurde. Anders als seine Parteikollegen, die den Einzug ins Parlament schafften, blieb dem Trossinger aber wegen eines hinteren Listenplatzes der Einzug in den Bundestag versagt. Nun hofft der FDP-Kreisvorsitzende Bensch, dass Anton beim Anlauf auf politische Ämter langen Atem zeigt.

Zuvor hatte der Tuttlinger Bürgermeister Emil Buschle ein Grußwort an die FDP-Mitglieder gerichtet. Der Mann mit dem CDU-Parteibuch lobt die Arbeit und Aufstellung der FDP in hohen Tönen, so dass Sitzungsleiter Pfister scherzte, dass er Buschle gerne einen Mitgliedantrag mitgebracht hätte, wenn diese angesichts der hohen Popularitätswerte der Liberalen nicht ausgegangen wären. Buschle sieht die FDP als „Siegerin der Sondierungsgespräche, der in der Ampel die Rolle auch künftig die Rolle zufalle, Unheil zu verhindern.

Ehrungen

In einem lockeren Talk mit Ernst Pfister und Ernst Burgbacher fand die Ehrung mit dem Ehepaar Ute und Horst Schellhaaß statt. Die beiden leisteten auf verschiedenen Ebenen Parteiarbeit in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Sie traten vor 50 Jahren gemeinsam in die FDP ein und wurden wegen ihres Umzugs nach Tuttlingen nun vom Vorstand Kreisvorstandes geehrt. ? mas