Freiheit als Lebensgefühl

Freiheit als Lebensgefühl

Die FDP im Landkreis Tuttlingen lädt am Samstag zu ihrem 20. Neujahrsempfang – Katja Suding ist als Gastrednerin dabei

Von Christian Gerards – 18. Januar 2016

20160118001750714_1118134713778254

Foto: Beim Neujahrsempfang der Kreis-FDP (von links) der Ehrenvorsitzende Ernst Burgbacher, der Landtagsabgeordnete Niko Reith, Gastrednerin Katja Suding, Zweitkandidat Marcel Aulila sowie der stellvertretende Kreisvorsitzende Dirk Hetzer. Foto: Christian Gerards

Tuttlingen – Die FDP im Kreis Tuttlingen hat am Samstagmittag ihren inzwischen 20. Neujahrsempfang mit rund hundert Gästen im kleinen Saal der Tuttlinger Stadthal-le gefeiert. Gastrednerin war Katja Suding, eine der drei stellvertretenden Bundes-vorsitzenden der Partei und Mitglied der Hamburger Bürgerschaft.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Liberalen, Dirk Hetzer, blickt in seiner Begrüßung auf die vergangenen zwei Jahre. 2014 hatte der am Samstag erkrankte Kreisvorsitzende, Hans-Peter Bensch, nach der verlorenen Bundestagswahl davon gesprochen, dass die FDP wieder kommen werde. Im vergangenen Jahr hatte er betont, dass die FDP wieder da sein würde. „In 2016 folgt jetzt der nächste Schritt für unser Land“, betonte Hetzer. Die Liberalen wollen das Land „freier und freiheit-licher“ machen. Für die Landtagswahl am Sonntag, 13. März, habe die Partei Wahlprüfsteine für einen Politikwechsel beschlossen.

„Wenn unsere Positionen in einer Koalition nicht umsetzbar sind, dann gehen wir weitere fünf Jahre in die Opposition“, betonte der Spitzenkandidat für die Land-tagswahl im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen, der Landtagsabgeordnete Niko Reith. Daher gebe es von der Partei auch keine Koalitionsaussage: „Wir wollen über die Themen sprechen“, sagte er.

Gefühl der Unsicherheit

Freiheit sei laut Reith ein Lebensgefühl, das viel wert sei und für das jemand eintre-ten müssen. Auch wenn durch die vielen Flüchtlinge und die jüngsten islamisti-schen Terroranschläge in der Bevölkerung ein Gefühl der Unsicherheit herrsche, dürften sich die Liberalen davon nicht leiten lassen. „Angst darf unser Tun nicht bestimmen“, sagte der Landtagsabgeordnete. Er und Suding sprachen sich deutlich gegen eine Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung aus: „Wir können nicht 80 Millionen Deutsche unter Generalverdacht stellen“, sagte die Hamburgerin.

Mit Blick auf die Flüchtlingsbewegung sprach Reith von einem Versagen der Regie-rungen in Bund und Land. Ähnlich sieht es auch Katja Suding: „Die Gefährder müs-sen besser überwacht werden. Die Arbeit der Sicherheitsbehörden muss verbes-sert werden“, meinte sie. Reith sprach von tausend zusätzlichen Polizisten, die in Baden-Württemberg notwendig seien. Zudem mache sich die Partei darüber Ge-danken, wie die vielen Flüchtlinge untergebracht und versorgt sowie integriert werden könnten.

Mit Blick auf die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft im Februar 2015 betonte Su-ding, dass die Partei damals geschlossen, fast wie bei einem Bundestagswahl-kampf, zusammen gestanden habe. Ehrenvorsitzender Ernst Burgbacher bekräftig-te diese Geschlossenheit auch für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen.

Vor der Wahl in Hamburg waren die Prognosen die Liberalen bei zwei bis drei Pro-zent, am Ende zogen sie mit 7,4 Prozent wieder in die Bürgerschaft ein. Jetzt sei es selbstverständlich, dass die FDP in Baden-Württemberg, aber auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, wo die Bürger ebenfalls am 13. März zur Landtagswahl aufgerufen sind, gemeinsam auftreten werde.

Keine Gleichmacherei

Der Zweitkandidat der FDP im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen, der Spaichin-ger Marcel Aulia, sprach von einem wichtigen Jahr. Seine Partei wolle für weniger Bürokratie, ein gutes und starkes Bildungssystem sowie den Ausbau der (digitalen) Infrastruktur eintreten. In der Bildung gehe es um verlässliche Rahmenbedingun-gen: „Wir brauchen keine Gleichmacherei, sondern die passende Schule für je-den.“

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 18.01.2016, Regionalausgabe Gränzbote Tuttlingen,
Redakteur Christina Gerards (Redaktionsleiter)