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Allgemein | 6. Oktober 2017

 

 

BBT: Bildungsschwerpunkte wie „Digitalisierung und Industrie 4.0″

Foto oben: Die Kreistagsfraktion Tuttlingen der Freien Demokraten zu Besuch in der BBT: (v.l.n.r.) Kreisräte Leo Grimm und Paul Haug (Fraktionsvorsitzender), BBT-Geschäftsführer Harald Hauptmann, Kreisräte Willy Walter und Hans-Peter Bensch. Foto: FDP

 

Die FDP-Kreistagsfraktion stattet der in der Region etablierten Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen (BBT), eine Fort- und Weiterbildungseinrichtung der IHK und der Handwerkskammer Konstanz in Tuttlingen, einen Informationsbesuch ab. Eingangs wurden vom neuen Geschäftsführer Harald Hauptmann die zukünftig vorgesehenen Bildungs-Schwerpunkte wie „Digitalisierung und Industrie 4.0“, der demografische Wandel und die damit einhergehenden vielfältigen Anforderungen an die Wirtschaft und die Beschäftigten (u.a. lebenslanges Lernen), sowie der Themenkomplex „zukünftige Mobilitätsstrukturen“ vorgestellt.

Schulungsausstattung erfordert kontinuierliche Investitionen

Insbesondere die aktuelle Diskussion der Elektromobilität stellt auch die BBT, die als „Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik Baden-Württemberg“ in der Region eine herausragende Rolle bei der Berufsausbildung und Weiterbildung von KFZ-Beschäftigten innehat, vor großen Herausforderungen. Insbesondere die hierfür notwendige Schulungsausstattung wie aktueller  E-Fahrzeuge sowie umfangreiche Mess- und Testausstattungen  erfordern kontinuierliche Investitionen. Daher begrüßt Hauptmann auch vor allem die durch Bund als auch Land hierfür zur Verfügung gestellten Investitionszuschüsse, und hofft, dass diese auch in Zukunft weiterhin, und nach Möglichkeit in einer erhöhten Zuschussquote, zur Verfügung gestellt werden.

Chirurgiemechaniker aus ganz Deutschland bei der BBT

Beeindruckt waren die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion von den zahlreichen Schulungs- und Weiterbildungsräumlichkeiten und deren Ausstattung. Lebenslanges Lernen ist für die Bildungseinrichtung ja kein leeres Wort, sondern Realität. Hier werden Auszubildende theoretisch und praktisch weitergebildet, aber auch Arbeitnehmer die jahrelang im Beruf sind weiterqualifiziert. Sei es im Beruf selbst oder die in Kursen auf Meisterprüfungen vorbereitet, sowohl berufsbegleitend wie auch in Vollzeit. Teilweise sind die Auszubildenden im Beruf Chirurgiemechaniker aus ganz Deutschland bei der BBT um weitergebildet zu werden. Ferner werden Qualifizierungskurse und Umschulungen mit dem Schwerpunkt Zerspanungsmechaniker angeboten.

Meist keine passenden Stellen für junge Meister in bisherigen Unternehmen

Ein Thema war auch die Facharbeitersituation. Kreisrat Leo Grimm bemängelte, dass das Bildungssystem den Schwerpunkt Studium empfiehlt und dafür Facharbeiter für Handwerk, Handel und Industrie fehlen. Ein Problem sieht Grimm auch darin, junge Meister im Alter von 21 bis 23 Jahren finden in den bisherigen Unternehmen meist keine passende Stelle und wechseln den Arbeitgeber. Auch mit der Meisterprüfung sind sie oft noch als solche überfordert. BBT-Geschäftsführer Harald Hauptmann bestätigte, dass oft die Akzeptanz älterer Kollegen für junge Meister fehle.

Qualifizierungen für Flüchtlinge bzw. anerkannte Asylbewerber

Kreisrat Willy Walter erkundigte sich nach Qualifizierungen für Flüchtlinge bzw. anerkannte Asylbewerber. Die Sprachkenntnisse, so Hauptmann, seien sehr wichtig. Studienabbrecher werden keine Ingenieure, aber eventuell qualifizierte Facharbeiter oder Techniker stellte Kreisrat Paul Haug fest, der sich nach solchen Angeboten erkundigte. Diese werden laut Harald Hauptmann auch angeboten, hier ist die Zusammenarbeit mit den beruflichen Schulen sehr wichtig.

Technologieoffenheit künftiger Antriebskonzeptionen notwendig

Hans Peter Bensch betonte, dass die Technologieoffenheit künftiger Antriebskonzeptionen wie Wasserstoff oder synthetische Dieselkraftstoffe mit sehr geringer Umweltbelastung ein wichtiger Übergangsschritt hin zur Elektromobilität sei, welche seiner Meinung nach nicht so kurzfristig und zeitnah umgesetzt werden könne.

Kleinere Firmen bleiben auf der Strecke

Auf die Frage von Paul Haug nach den immer stärker werdenden internationalen Auflagen an die Chirurgiebranche und deren Zukunft prognostizierte der Geschäftsführer, dass seiner Meinung nach langfristig gerade die kleineren Firmen auf der Strecke bleiben würden. Auch und gerade die Zulieferer, insbesondere die Zerspaner vom Heuberg, müssten sich den Anforderungen der Zukunft stellen, wollen sie nicht auf der Strecke bleiben.

Hoher Stellenwert der Kommunikation in der BBT

Der Geschäftsleitung der BBT sei es sehr wichtig, die in den letzten Monaten begonnen, persönlichen Gespräche mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern in den Unternehmen als auch den politisch verantwortlichen Akteuren  der Region weiter auszubauen. Daher ist es auch erklärter Wunsch von Herrn Hauptmann, den persönlichen Kontakt zu ihm und dem Team der BBT, wie beispielsweise gerade durch den Besuch der FDP-Kreistagsfraktion, zu suchen – für Gespräche und einer ausführlichen Vorstellung des vielfältigen Weiterbildungsangebots stünden alle  BBT-MitarbeiterInnen und -Mitarbeitersehr gerne zur Verfügung.

Kontaktaufnahme bitte unter Tel. 07461 / 92 90 17 (Frau Klaiber).

 

 

 

 

Marcel Aulila: „Habe noch keine Wohnung in Berlin“

23. September 2017

Marcel Aulila: „Habe noch keine Wohnung in Berlin“

Bundestagswahl: Marcel Aulila

Von Moni Marcel (mm)

Marcel Aulila. Foto: pm

Der 26-Jäh­ri­ge Mar­cel Auli­la hat kla­re Zie­le, „aller­dings hab ich noch kei­ne Woh­nung in Ber­lin.“ Gute Chan­cen rech­net sich der FDP-Kan­di­dat trotz­dem aus, in den Bun­des­tag zu kom­men, immer­hin steht er auf der Lis­te auf Platz 16.

Wie er zur Poli­tik gekom­men ist? „Ich hab frü­her gern SIM-City-gespielt“, ein Com­pu­ter­spiel, bei dem man Städ­te ent­wirft. Und dabei ist dem jun­gen Mar­cel all­mäh­lich klar gewor­den, was das bedeu­tet, dass eine Stra­ße nicht nur eine Stra­ße ist, son­dern dar­un­ter Ver­sor­gungs­lei­tun­gen lie­gen. Und dass sich die Bür­ger nicht gera­de freu­en, wenn man die Steu­ern erhöht. Das Inter­es­se an Kom­mu­nal­po­li­tik war geweckt.

Als er dann nach dem Abitur am Spai­chin­ger Gym­na­si­um nach Fried­richs­ha­fen ging, um Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten zu stu­die­ren, „hat­te ich ein libe­ra­les Umfeld um mich. Da lag es nahe, in die FDP ein­zu­tre­ten.“ Und dann tat er das, was vie­le sei­ner Kom­mi­li­to­nen belä­chel­ten: Er kehr­te in die alte Hei­mat zurück. In den Mona­ten, die er in Mün­chen und Schwe­den ver­brach­te, „wur­de mir klar, dass mir der länd­li­che Raum ein­fach fehlt.“

Er fand Arbeit, grün­de­te den Orts­ver­band der Jun­gen Libe­ra­len, die nach zwei Jah­ren schon 23 Mit­glie­der hat­ten. „Wir haben Voll­gas gege­ben.“ 2014 wur­de er in den Gemein­de­rat gewählt, 2015 zum Vor­sit­zen­den der Lan­des-Julis. Und das alles, wie er betont, ohne beson­de­re Kar­rie­re-Ambi­tio­nen: „Das hat sich ein­fach so ergeben.“

Nun also die Kan­di­da­tur für den Bun­des­tag, bei der er sich durch­aus Chan­cen errech­net. Immer­hin: Erfah­rung in der Kom­mu­nal­po­li­tik hat er schon gesam­melt, und das wünscht er sich eigent­lich für jeden, der im Bun­des­tag sitzt. „Mir ist es uner­klär­lich, wie jemand das machen kann, der noch nie in einem kom­mu­na­len Par­la­ment saß.“ Daher möch­te er auch in Spai­chin­gen wei­ter­ma­chen, soll­te er am Sonn­tag genug Stim­men für Ber­lin bekom­men. Und sei­ne The­men hat er auch schon klar gesetzt: Bil­dungs­po­li­tik kommt an ers­ter Stelle.

Her­un­ter­ge­kom­me­ne Schu­len, „im Spai­chin­ger Gym­na­si­um geht’s noch, aber da ste­hen noch Tages­licht­pro­jek­to­ren“, da muss der Bund ran, das ist für ihn klar. Des­halb muss das Koope­ra­ti­ons­ver­bot weg, damit der Bund sanie­ren kann, wenn die Län­der kein Geld dafür haben. „Das könn­te man gleich am ers­ten Tag machen“, sofern die FDP dann in der Regie­rung mit­mischt. Ver­gleich­ba­re Abschlüs­se, das ist das nächs­te. Er hat es selbst erlebt im Stu­di­um, der Kom­mi­li­to­ne aus Ham­burg, des­sen Mathe­kennt­nis­se nicht über die zehn­te Klas­se der Schwa­ben hin­aus­reich­ten, „und damals gab es noch 13 Klas­sen.“ Das ist für den Ham­bur­ger doof, der dann nach­ler­nen muss, aber auch für den Baden-Würt­tem­ber­ger, der viel­leicht bes­ser ist als der Ham­bur­ger, aber den­noch ein schlech­te­res Abi­zeug­nis hat und daher bei der Stu­di­en­platz­ver­ga­be den Kür­ze­ren zieht.

Breit­band­aus­bau, das nächs­te The­ma: Da soll der Bund sei­ne Antei­le an Post und Tele­kom ver­kau­fen, mit dem Geld wird dann das schnel­le Inter­net für alle finan­ziert. Wich­tig, nicht nur für die Unter­neh­men, son­dern auch, damit die Jun­gen auf dem Land leben wol­len. „Die schau­en heu­te nicht mehr fern“, sie brau­chen Net­flix und Co. Da kommt gleich das nächs­te The­ma: Die GEZ-Gebüh­ren, das muss anders wer­den, fin­det Mar­cel Aulila.

Klar, ARD und ZDF sol­len wei­ter öffent­lich blei­ben, sich aber auch mehr anstren­gen, aktu­el­ler wer­den. Dass bei­de öffent­lich-recht­li­chen Sen­der am Abend des Put­sches in der Tür­kei erst ihre Spiel­fil­me fer­tig lau­fen lie­ßen, wäh­rend N24 längst live aus Istan­bul berich­te­te, geht gar nicht, fin­det der FDP-Kan­di­dat. Ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz nach kana­di­schem Vor­bild („das for­dert die FDP schon seit 20 Jah­ren“), das enga­gier­te Immi­gran­ten för­dert, die Unwil­li­gen abschiebt. „Wir brau­chen Rege­lun­gen“, dass Leu­te abge­scho­ben wer­den, die im Beruf oder der Aus­bil­dung ste­hen, gehe nicht. „Wir ste­cken da Geld rein, und dann wer­den sie abgeschoben.“

 

Quelle: NRWZ – Neue Rottweiler Zeitung

Link: https://www.nrwz.de/topnews/marcel-aulila-habe-noch-keine-wohnung-berlin/181179

 

Firmenbesuch: Kraus setzt auf eigene Teilefertigung

LOKALES
20.09.2017al

Kraus setzt auf eigene Teilefertigung

FDP-Politiker besuchen den Spaichinger Maschinenbauer


Firmenchef Joachim Kraus zeigt den Politikern Papiere, die mit einer Maschine gezählt werden und/oder einen Code aufgedruckt bekommen (v.l.): Leo Grimm, Joachim Kraus, Michael Theurer und Marcel Aulila. Foto: Alois Groß

Spaichingen al Politischen Besuch hat die Firma Kraus Maschinenbau GmbH in Spaichingen erhalten: Der Spitzenkandidat der FDP in Baden-Württemberg zur Bundestagswahl, Michael Theurer MdEP sowie der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands, Leo Grimm, und FDP-Wahlkreiskandidat Marcel Aulila informierten sich.

Firmeninhaber und Geschäftsführer Joachim Kraus, der kurz vor einer Maschinenabnahme durch die Bundesdruckerei stand, gab einen Überblick über seine noch recht junge Firma, die er am 1. Oktober 2008 gegründet hat. Die damalige Wirtschaftsflaute sei allerdings nicht der günstigste Zeitpunkt dafür gewesen, erinnert sich Kraus. Vor Firmengründung war er bereits zehn Jahre in der Branche tätig.

Mit fünf Personen hatte er begonnen. Anfangs wurde das Gebäude von der Firma Zuführtechnik Leo Grimm gemietet, wobei der hintere Teil sogar untervermietet wurde, da das Gebäude viel zu groß war. Heute, mit 35 Mitarbeitern, platze das Gebäude aus allen Nähten, sodass ein Neubau in unmittelbarer Nähe geplant ist. Der Firmenchef denkt an einen Einzug Ende 2018. Angesprochen auf Zuschüsse, etwa aus dem europäischen Fördertopf, konterte Kraus mit Lachen: „Hilf dir selber, dann weißt du, dass dir geholfen wird.“

Größter Konkurrent in Kanada

Inzwischen sei die Firma Kraus Maschinenbau in gewissen „Nischen“ zum Beispiel in der Pharmaindustrie und Kosmetik weltweit ohne viel Konkurrenten. Der größte sitzt in Kanada.

Die Firma entwickelt Lösungen für das Zuführen, Positionieren, Spenden, Zählen, Vereinzeln von Papier und flachen Produkten bis 30 Millimeter Dicke. Das können einzelne Papierbögen, Etiketten, Broschüren, Booklets, Gruß- und Glückwunschkarten, aber auch Kunststoffprodukte sein. Geht es um den Verpackungsprozess selbst, so sind es Karton- und Faltschachtelzuschnitte, die für weitere Veredelungsschritte vorbereitet werden können, stellte der Firmeninhaber Kraus die Leistungen in einem kurzen Überblick dar.

Um maximale Flexibilität schon im Prototypenbau und später bei der Projektmontage sicherzustellen, wurde 2012 eine eigene Teilefertigung geschaffen. Mit der eigenen Sonderteilefertigung bleibt das Know-How im Haus und Weiterentwicklungen können zeitnah umgesetzt werden. Auch Maschinen für die Bundesdruckerei werden nach Kundenwunsch gebaut, um Papiergeld zu zählen und sortieren.

In der Ausbildung von zum Beispiel Mechatronikern sieht man in der noch jungen Firma gute Perspektiven, um in Zukunft an wirklich gute Facharbeiter zu gelangen.

„Schnelles Internet“ ist essentiell

Auch das „schnelle Internet“ bildete ein Gesprächsthema in der Runde. Vorerst ginge zu Hause allerdings alles schneller als hier in der Firma, stellte Joachim Kraus fest. Eine Verbesserung sei allerdings bereits zugesagt worden. Kostenlos könne man auch kein schnelles Internet bekommen, wie viele erwarten. Man bekomme es, nur müsse man halt bezahlen, denn die Leitungen liegen parat, brachte Leo Grimm ein.

Auf einem Rundgang durch die Firma mit Montage erklärte Joachim Kraus den Gästen die Besonderheiten der verschiedenen Maschinen, die jeweils auf genauen Kundenauftrag angefertigt werden.

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 20.09.2017

Wahlkampf ohne Schlagworte

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Allgemein, Presseberichte | 21. September 2017

TROSSINGEN/KREIS TUTTLINGEN

Donnerstag, 21. September 2017

Wahlkampf ohne Schlagworte

Parteien Der ehemalige FDP-Vorsitzende Dr. Wolfgang Gerhardt erklärt den Besuchern im gut besetzten Trossinger Kesselhaus, warum es aus seiner Sicht eine starke FDP braucht. Während der neue Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Trossingen, Andreas Anton, und Bundestagskandidat Marcel Aulila das neue Gesicht der FDP prägen, liefert ein Altvorderer noch einmal das Hauptreferat des Abends: Dr. Wolfgang Gerhardt, mittlerweile 73 Jahre alt und als Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung nicht mehr den Aufgeregtheiten der Tagespolitik verpflichtet. Als Aulila, Jahrgang 1991, geboren wurde, saß Gerhardt bereits im hessischen Landtag. Ernst Burgbacher, langjähriger politischer Weggefährte Gerhardts, wird später bemerken, dass Gerhardt „nie Schlagwortpolitik“ gemacht habe. Ein Eindruck, der sich auch beim Vortrag in Trossingen bestätigt.

Wahlkampf macht Spaß

Gerhardt, ehemaliger Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, hat sich noch einmal für den Wahlkampf einspannen lassen. „Das hat Spaß gemacht“, sagt er fünf Tage vor dem Wahltermin. Er lobt den jungen Kandidaten des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen und wünscht ihm politisches Durchhaltevermögen, nachdem Aulila der Einzug in den Bundestag dieses Mal wegen eines hinteren Listenplatzes wohlverwehrt bleibt. Den forschen Auftritten der nachfolgenden Politikgeneration setzt Gerhardt die Abgeklärtheit einer fünf Jahrzehnte währenden politischen Laufbahn entgegen. Der Name Lindner kommt in seinem40-minütigen Vortrag gar nicht vor. Scheel und Genscher durchaus. Nicht dass er den jungen FDP-Vorsitzenden nicht schätzen würde („Er macht seine Arbeit sehr, sehr gut“, sagt er im persönlichen Gespräch), doch den Personenkult überlässt er anderen.

Gerhardt registriert dieser Tage eine „gute Stimmung“ für die FDP. Ganz anders als noch vor vier Jahren, als sich die damalige FDP-Spitze am Wahlabend nach Bekanntwerden der schweren Niederlage recht schnell aus dem Staub machte, wie Gerhardt heute schmunzelnd erklärt. Er, schon damals nicht mehr in vorderster Reihe, habe dann das Debakel erklären müssen. „Wir sind nicht an Frau Merkel, sondern an uns selbst gescheitert“, sagt Gerhardt heute. Die ehemaligen Trossinger FDP-Spitzenpolitiker Ernst Burgbacher und Ernst Pfister nicken wissend.

Vier Jahre später verheißen die Umfragen der Partei wieder Werte um die neun Prozent; der Wiedereinzug in den Bundestag dürfte gelingen. Auch Gerhardts Blick richtet sich auf den kommenden Sonntag und die Zeit danach. So ganz sicher ist er nicht, ob seiner Partei nicht noch vier Jahre in der Opposition ganz gut tun würden, sagt er am Rande der Veranstaltung. Andererseits dürften sich die Liberalen auch nicht verweigern, wenn sie zur Bildung einer tragfähigen Regierung gebraucht würden. „Es sind zu viele unterwegs, die zu bereitwillig das Geld anderer Leute ausgeben“, sagt der Wahlkämpfer. Auch dies sei ein Grund, warum dem neuen Bundestageine wieder erstarkte FDP gut tun würde.

Auch Gerhardt stimmt das hohe Lied der Eigenverantwortung an. Wer sich nicht in allem auf den Staat verlasse und gleichzeitig die Komplexität der heutigen Welt anerkenne, sei auch viel weniger anfällig für die „Märchenerzähler“. Wenn er damit meint, ist klar: die AfD, die sich dieser Tage anschickt, möglicherweise drittstärkste Kraft im neuen Bundestag zu werden. Deren Verachtung für die „Altparteien“ hält Gerhardt Verdienste mit durchaus historischer Dimension entgegen – etwa der Zwei-Plus-Vier-Vertrag Anfang der 90er-Jahre, den er als „Wunder der Weltgeschichte“ beschreibt. Gerhardt fordert „ein bisschen Stolz auf das Erreichte“ ein. „Wir müssen denen entgegentreten, die nur am Ressentiment arbeiten“, sagt der Liberale unter dem Applaus der Kesselhaus-Besucher.

Gerhardt zeigt sich als entschiedener Gegner einer Rückbesinnung auf die Nation. Den Brexit hält er für einen schlimmen Fehler, deren Protagonisten wie Boris Johnson für „extremkurzsichtig“. Und beim Gedanken an den amerikanischen Präsidenten: keine markige Ablehnung, eher entsetztes Schweigen eines engagierten Streiters für die transatlantische Allianz. Im weiteren Fortgang des Abends dekliniert der Gast aus Hessen das Wahlprogramm seiner Partei durch. Etwa die Kritik an der Bildungspolitik oder überzogenen Ansprüche vieler Eltern. Inklusion sieht er eher kritisch: „Ich glaube nicht, dass wir den Schwächeren gerecht werden, wenn wir die Stärkeren aufhalten.“

Beim Rentenalter will die Partei jeden Einzelnen entscheiden lassen, wann denn Schluss ist. In Sachen Europäischer Union fordert Gerhardt Härte gegenüber Staaten wie Ungarn ein. Für Länder, die Urteile des Europäischen Gerichtshof nicht akzeptierten, müsste der Rauswurf eine Option sein. Auf die Frage des ehemaligen FDP-Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Hilmar Fleischer, in wiefern wirtschaftlicher Druck zu politischen Einlenken führen könne, verweist Gerhardt darauf, dass diplomatisches Geplänkel der Marke Steinmeier gegenüber Russland nicht weiterhelfe. Putin brauche klare Ansagen.

Ernst Pfister optimistisch

Umrahmt vom FDP-Panikorchestermit Gérard Deleye, Ernst Pfister, Ernst Burgbacher und dem dezenten Perkussionisten Marcel Aulila geht ein Abend zu Ende, der eine durchaus selbstbewusste FDP zeigte. Als Ernst Pfister 20 Prozent plus X für das Zweitstimmenergebnis der Partei in Trossingen vorhersagt, schaut Aulila kurz irritiert und sagt: „Wäre schön.“ mas

”Es sind zu viele unterwegs, die zu bereitwillig das Geld anderer Leute ausgeben. Wolfgang Gerhardt zu den Gründen, warum die FDP aus einer Sicht wieder in den Bundestageinziehen muss. Wird Trossingen wieder zur FDP-Hochburg? Beim Vortrag von Wolfgang Gerhardt war das Kesselhaus gut gefüllt. Foto: Markus Schmitz

Quelle: Südwestpresse/Neckarquelle vom 21.09.2017

Das „Bimmelbähnchen“ auf der Gäubahn

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Allgemein, Presseberichte | 21. September 2017

Region Tuttlingen

LOKALE NACHRICHTEN

15.09.2017 | Christian Gerards

Das „Bimmelbähnchen“ auf der Gäubahn

Die FDP diskutiert mit ihrer lokalen Polit-Prominez über die Verkehrssituation in der Region – Unternehmer ist die Bahnstrecke mit Blick auf seine Gäste schon fast peinlich. Diskutieren über die Verkehrssituation in der Region (von links): Andreas Schmidt, Jürgen Keck, Paul Haug, Hans-Peter Bensch, Ernst Pfister, Willy Walter, Ernst Burgbacher und Dieter Teufel. Foto: Christian Gerards

 

Tuttlingen sz Mit ihrer geballten Politik-Prominenz aus dem Landkreis Tuttlingen hat die FDP am Donnerstagabend bei der Tuttlinger Vito AG sich mit der Frage „Verkehrsinfrastruktur für den Mittelstand – wo fehlt es?“ auseinandergesetzt. Der Tenor war schnell klar: Es müssen Investitionen in die Infrastruktur her – und vor allem die Gäubahn zweispurig ausgebaut werden.

Neben den Kreisräten Hans-Peter Bensch, Willy Walter und Paul Haug waren auch mit Ernst Pfister der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister und mit Ernst Burgbacher der ehemalige parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium vertreten. Auch der Konstanzer FDP-Landtagsabgeordnete Jürgen Keck und IHK-Präsident Dieter Teufel nahmen an der Diskussionsrunde teil. Dagegen fehlte der Direktkandidat Marcel Aulila, er war zeitgleich bei einer Podiumsdiskussion im Landkreis Rottweil eingespannt.

Lärmschutz an Autobahn 81

Paul Haug zeigte zunächst auf, wie wichtig eine neue Lärmschutzwand an der A 81 auf Höhe von Geisingen sei. Die Autobahn zerschneide die Stadt und würde dadurch zu einer kräftigen Lärmbelästigung führen. Solange die neue Wand nicht kommt, plädiere Geisingen für eine Temporeduzierung auf dem Streckenabschnitt. „Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, den Lärmschutz für die Autobahn zu finanzieren“, sagte Haug. Einig waren sich die Liberalen auch darin, dass die Umfahrungen für Spaichingen und Immendingen dringend kommen müssen.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war der zweispurige Ausbau der Gäubahn. Andreas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Vito AG, meinte, dass es zu bestimmten Zeiten nicht schön sei, mit der Gäubahn zu fahren: „Manche unserer Gäste kommen zum ersten Mal nach Deutschland, da will man sie nicht unbedingt in diesen Regionalzug setzen. Da holen wir sie am Flughafen lieber mit dem Auto ab.“ Zudem würde der Flughafen in Zürich deutlich besser und zeitlich besser planbarer zu erreichen sein. Dem stimmte Pfister zu, aber nicht ohne den Hinweis, dass er den Trend nicht gut finde.

Die Bezeichnung „Regionalexpress“, der auf der Gäubahn unterwegs ist, sei für Burgbacher ein Euphemismus. Unter einem Express stelle er sich etwas anderes vor. Die Region dürfe es sich nicht weiter gefallen lassen, auf den Gäubahn-Ausbau zu warten.

Für Teufel ist der Name „Gäubahn“ zudem eine ungünstige Bezeichnung. Schließlich verbinde die Linie Stuttgart und Zürich und sei keine Bahnlinie in der Provinz. Dass der zweispurige Ausbau nun im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans sei, heiße allerdings nicht, dass „wir nächste Woche mit dem Ausbau anfangen“. So würde Stuttgart 21 auch nur Sinn machen, wenn die Gäubahn ertüchtigt wird.

Die Schweizer sind schon fertig

Keck wies darauf hin, dass die Strecke über Zürich weiter nach Mailand führen würde: „Für so eine Strecke fährt da ein Bimmelbähnchen“, meinte er. Während die Schweizer ihren Teil des Locarno-Abkommens, der den Bahnverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz verbessern soll, eingehalten haben, hinke Deutschland hinterher. Die Züge der Eidgenossen hätten eine deutlich bessere Qualität als die Züge der Deutschen Bahn: „Die Schweiz hat ihre Hausaufgaben gemacht.“

Bensch wies darauf hin, dass die Gäubahn laut SWR-Tickernachricht vom gleichen Tage an den Stuttgarter Tiefbahnhof  angeschlossen werden müsse. Kostenpunkt: 150 Millionen Euro. Die überparteiliche Koalition vor dem Bürgerentscheid zu Stuttgart 21 im November 2011 habe den Neubau des Bahnhofs immer mit dem Ausbau der Gäubahn verknüpft. Zudem müsse die Region laut Burgbacher aufpassen, dass der Flughafenanschluss der Gäubahn nach Stuttgart nicht wegbricht. „Rund 300 000 Passagiere aus diesem Einzugsgebiet fliegen pro Jahr von Stuttgart“, betonte er. Wenn der Anschluss wegbreche, dann würde sich der Ausbau der Gäubahn nicht rechnen.

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 16.09.2017

Bundestagskandiaten im Porträt: Marcel Aulila (FDP)

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Allgemein, Presseberichte | 21. September 2017

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LOKALES

24.08.2017 | Regina Braungart

Bundestagskandiaten im Porträt: Marcel Aulila (FDP)

Die Dinge zielstrebig voranbringen, ist der Ansatz des FDP-Kandidaten Marcel Aulila

„Die Freiheit führt das Volk“ heißt das Bild von Eugène Delacroix zur französischen Revolution, das im Wohnzimmer Marcel Aulilas hängt. Sein Bild ist derzeit auf vielen Plakaten zu sehen. Foto: Regina Braungart

Tuttlingen/Spaichingen sz Ein wenig überrascht hat Marcel Aulila sein politischer Aufstieg selbst. „Eigentlich wollte ich Kommunalpolitik machen.“ Nach einer kurzen Phase in der Jungen Union Spaichingens gründete er die Jungen Liberalen in Spaichingen. Er war Kreisvorsitzender, dann Landesvorsitzender, setzte sich knapp durch, ist jetzt im FDP-Landesvorstand und wurde von den Delegierten des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen zum Bundestagskandidaten gewählt. Und obwohl sein Listenplatz erst bei bisher unrealistischen Prozentzahlen der FDP zu einem Mandat führen wird, hängt sich der 26-Jährige ins Zeug. Im September werden es dann mindestens 15 Termine in der Woche sein.

Urlaub ist in diesem Jahr gestrichen, die Arbeit in der Firma seines Vaters kann er sich selbst einteilen. Er baut dort ein europäisches Vertriebssystem auf und macht den Vertrieb im ganzen süddeutschen Raum für Sicherungssysteme an Maschinen. Maschinenbau und Automatisierungstechnik sind die Hauptbranchen, mit denen seine Firma kooperiert.

Schon als Landesvorsitzender der Jungen Liberalen habe er berufliche Termine mit politischen koordiniert. Überhaupt: Disziplin und Zielstrebigkeit scheinen zwei Haupt-Eigenschaften Aulilas zu sein. Dabei wirkt er immer gelassen-freundlich, ohne jede Verbissenheit.

„In der Regelstudienzeit“, drei Jahren, so bemerkt er nebenbei, habe er auch sein Bachelorstudium an der Zeppelin University Friedrichshafen absolviert. Das Politik-, Wirtschafts- und Soziologiestudium am Bodensee, begleitet von zahlreichen Praktika auch in Großstädten, ist ihm wichtig. Die Urkunde hängt im großen Wohn- und Küchenraum der modernen Wohnung im elterlichen Haus an der Wand. Neben Beruf und Politik besucht Aulia drei- bis viermal die Woche das Fitnesstudio. Das Schlagzeug-Spielen hat er aufgegeben.

„Nie wieder Großstadt“

Er bezeichnet sich als „Rückkehrer“ vom Studium und bilanziert: „Nie wieder Großstadt.“ Er habe als Erwachsener die Gegend ganz neu kennen gelernt, mit eigenem Auto und fühle sich in der gesunden und schönen Umgebung pudelwohl. Den Landkreis Tuttlingen kannte er auch durch seinen Zivildienst gut. Den machte er bei der Awo in Tuttlingen. Über Essen auf Rädern habe er in soziale Bereiche geblickt, die er vorher nicht kannte und, wie er ehrlich sagt, wohl auch nicht kennen gelernt hätte.

Außerdem begleitete er einen gelähmten Jungen im Gymnasium in Tuttlingen. Dessen Lebensprognose sei schlecht gewesen, „und jetzt hat er Abi gemacht und das Studium in Friedrichshafen begonnen.“ Für Aulila auch so ein Beispiel, wie stark der Wille zur Selbstbestimmung sein kann.

So bleibt von dieser Phase eine wichtige Erfahrung, auch wenn er den Zwang zum Zivildienst damals als ungerecht empfunden hatte.

Wohin man kommen kann, wenn man zielstrebig und pragmatisch ist, das hat Marcel Aulila immer auch in der Familie und der eng verbundenen donauschwäbischen Gemeinschaft gesehen. Der Vater ist in Darowa geboren, die Mutter sogar in Brasilien, weil deren Familie als Donauschwaben aus Jugoslawien vertrieben wurde. Sie kam als Kleinkind nach Aldingen, beziehungsweise Spaichingen. Keine einfachen Lebenswege. Und heute? Demnächst expandieren der Vater und der Sohn mit ihrer Firma.

Die väterliche Firma irgendwann einmal zu übernehmen, ist der Wunsch, sagt Marcel Aulila. Er nimmt sich einerseits Leo Grimm, den früheren FDP-Landtagsabgeordneten und Unternehmer, aber auch Franz Schuhmacher, der neben seinem Landtagsmandat auch sein Unternehmen weiter führte, zum Vorbild. Seit 2014 ist er im Gemeinderat.

An der Politik gefällt Aulila die Bewegung; Dinge voranbringen, nicht an Ideologien festhalten. Muss und darf so ein junger Mann nicht auch ein wenig querschießen? Er schmunzelt und zitiert nicht ganz ernst den Parteivorsitzenden Christian Lindner: „Wenn du heute deine Eltern ärgern willst, gehe zur FDP.“

Das Programm der FDP

Die Punkte, die er nennt, sind die aus dem FDP-Programm. Bildungspolitik etwa – Vereinheitlichung bundesweit, mehr Kompetenzen für den Bund und mehr für die Schulen selbst, um sich etwa auch einer bestimmten regionalen Wirtschaftsstruktur besser anpassen zu können oder auch ein eigenes Personalmanagement zu betreiben. Steuerpolitik: „Jeder Neunte zahlt den Spitzensteuersatz, da stimmt doch was nicht.“ 500 000 Euro Freibetragsgrenze für Grunderwerb – es ist klassisch liberale Politik, die Aulia vorschwebt.

Eingebettet worin? Bildung solle den Menschen ermächtigen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die materielle Grundlage solle den jungen Leuten wie ihm ermöglichen, über materielle Werte ihre eigene Zukunft zu sichern, wenn die staatlichen Renten nicht mehr funktionieren werden.

Sein jugendliches Alter sieht er als starken Pluspunkt. Gerade was Digitalisierung und neue Medien angehe, sei die FDP als durchschnittlich junge Partei dafür prädestiniert, entsprechende Weichen zu stellen.

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 24.08.2017

Kein Ende in Sicht

MS will weiter expandieren – FDP besichtigt MS Powertrain Technologie
Von Larissa Schütz

TROSSINGEN-SCHURA – Mehr als 700 Mitarbeiter insgesamt, zwei internationale Zweigstellen, ein Jahresumsatz von mehr als 180 Millionen Euro in der MS Powertrain Technology Group und insgesamt weltweit 238 Millionen Euro – die MS ist Trossingens größtes Unternehmen. Seit mehr als einem Jahr läuft die Produktion inzwischen im Schuraer Gewerbegebiet: Anlass für die Trossinger FDP, einen Besichtigungsbesuch bei der Firma zu unternehmen.

Die MS ist groß – und das Unternehmen möchte noch weiter expandieren.

Das war eine der ersten Informationen, die die Gäste von der FDP erhielten: „Wir werden ein deutliches Wachstum anstreben“, kündigte Vorstandsmitglied Armin Distel mit dem Hinweis auf neue Produkte an. „Wir haben alles so vorbereitet, dass schnell expandiert werden kann“, erläuterte auch Wolfgang Bieber, Geschäftsführer der MS Powertrain Technologie GmbH. Der Geschäftszweig, der sich mit Komponenten und Systemen für die Antriebstechnik befasst und unter anderem an Daimler, ZF, MAN oder Liebherr liefert, wurde mit dem Umzug von Spaichingen nach „Neuen II“ („Neuen I“ ist das Burgbacher-Areal am Ortsrand von Schura) großteils autark und erhielt einen eigenen Geschäftsführer.

Dieselbe Entwicklung durchlief das Geschäftsfeld Ultraschall, das als MS Ultraschall Technologie GmbH derzeit noch am alten Standort in Spaichingen auf 26 000 Quadratmetern Fläche residiert. Auf der Seite der Kreisstraße 5910, auf der bereits die MS Powertrain Technologie GmbH auf 18 000 Quadratmetern steht, wird noch ein Verwaltungstrakt gebaut. Auf der anderen – der Durchhausener – Straßenseite ist die Erweiterung „Neuen III“ bereits gerodet – und wartet auf die MS Ultraschall. Deren Umzug ins Gewerbegebiet Neuen ist geplant, aber „wir haben keinen solchen Zeitdruck wie damals beim Umzug der MS Powertrain“, sagte Distel. Mindestens denselben Platz wie in Spaichingen wird der Geschäftsbereich in „Neuen III“ benötigen, so Distel. Eine Verbindung über die K 5910 soll die Fabrikteile verbinden.

Eigenes Blockheiz-Kraftwerk

Vorerst gab es für die FDP aber nur die MS Powertrain zu besichtigen – die mit Produktion, Logistik, Personal und Versorgung einschließlich eigenem Blockheiz-Kraftwerk mehr als genug Stoff für einen ausgiebigen Rundgang bietet. Beim Gang durch die elf Meter hohe Produktionshalle fiel vor allem auf – Bieber betonte es auch -, dass die Luft sehr sauber ist. Dafür verantwortlich ist eine Schichtbelüftung, die für einen Luftstrom von unten nach oben sorgt. Bis ins Detail durchgetaktet sind die Arbeitsabläufe: Jeden Morgen wird der Tag in einem eigens dafür ausgestatteten Raum geplant (Bieber: „Hier findet der Showdown statt“). Wer hier wieder rausgeht, weiß genau, was er wann, wie und wo zu tun hat. Arbeitsflächen, Abläufe, Raumaufteilung: „Wir sind einem ständigen Optimierungsprozess ausgesetzt“, sagte Bieber, und fügte hinzu: „Das Thema Geschwindigkeit begleitet uns.“

Im Anschluss diskutierte die FDP mit Bieber und Distel über aktuelle Themen, die auch für die MS relevant sind, wie Elektromobilität, von der Distel nicht überzeugt ist („Sie wird sicher verstärkt kommen, aber nicht so flächendeckend, so schnell wie und anders als wir denken.“) und die Gewinnung von Fachkräften, bei der die MS laut Bieber auf regionales Marketing setzt – als nächstes beim Stadtfest Trops.

Quelle: Schwäbische Zeitung, Regionalausgabe Trossinger Zeitung, Redakteurin Larissa Schütz vom 29.06.2017

MS expandiert weiter

Bei MS Powertrain in Schura werden Teile für Antriebstechnik gefertigt. Mitglieder der FDP-Ortsgruppe Trossingen und FDP-Bundestagskandidat Marcel Aulila aus Spaichingen konnten sich bei einer Betriebsbesichtigung von der Leistungsfähigkeit der Firma überzeugen. Foto: Ingrid Kohler

 

Wirtschaft     FDP-Ortsgruppe Trossingen und Bundestagskandidat Marcel Aulila aus Spaichingen waren zu Besuch bei der neu firmierten MS Powertrain Technology in Schura.

Die ehemalige „MS Spaichingen“ hat sich nicht nur räumlich und örtlich verändert, sondern die Geschäftsfelder mit jeweils eigenen  Geschäftsführern neu bestellt. Am neuen Standort im Interkommunalen Gewerbegebiet in Schura, wo seit mehr als einem Jahr die Produktion läuft, befindet sich jetzt die „MS Powertrain Technologie  GmbH“, während am alten Standort in Spaichingen die „MS Ultraschall
Technologie GmbH“ produziert und sich die „MS Industrie-Verwaltungs GmbH“ befindet. Dies erfuhren die Teilnehmer der FDP Trossingen bei der Besichtigung der MS in Schura mit dem Geschäftsführer der Powertrain Technologie, Wolfgang Bieber, sowie Armin Distel, der gemeinsam mit Dr. Andreas Aufschnaiter und einem Bilanzbuchhalter den dreiköpfigen Vorstand der MS Insdustrie AG mit Sitz in München bildet. Auch Karl-Heinz Haller, in Spaichingen und Schura zuständig für das Marketing, begleitete die Besucher.

Verwaltung zieht erst später um

18 000 Quadratmeter Fläche, davon 12 000 für die Produktion und jeweils 2000 für Verwaltung, Versorgung und Logistik, fasste Geschäftsführer Bieber die Gebäudeflächen am Standort in der Neuenbühlstraße 6 zusammen. Zusätzlich seien die gerodeten
Flächen bereits in Besitz von MS, und man werde bei Bedarf weitere angrenzende Flächen kaufen, betonte Armin Distel. Allerdings
habe man aktuell keinen Zeitdruck zum Bauen. Die MS Ultraschall Technologie in Spaichingen sei zwar auch sehr stark gewachsen
und wie die Powertrain weiter auf Expansionskurs, habe aber nunmehr in Spaichingen 26 000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Auch verbleibe die Verwaltung noch in Spaichingen. „Wir sind zwar an der Vermarktung der Immobilien in Spaichingen dran, aber alles noch ohne zeitliche Vorgabe“, so Distel. Erstrebtes Ziel sei aber, „alles an einem Standort“ und zwar in Schura mit angedachter Straßenüberquerung von der Powertrain zur Ultraschall. Was die MS Powertrain betrifft, seien dies derzeit 330 Mitarbeiter in Schura,
140 im Werk Zittau und 150 in Webberville in den USA. Insgesamt habe MS in allen Bereichen mehr als 600 Mitarbeiter und einen
Jahresumsatz von 170 bis 180 Millionen Euro, so Distel.

Beim Rundgang durch die Produktion wurden die Dimensionen des Gebäudes deutlich. Mehr als 100 Bearbeitungszentren laufen im Drei-Schicht-Verfahren. Streng getrennt von der normalen Serienfertigung ist die Prototypenfertigung, in die MS rund drei Millionen Euro investiert hat. Geprüft werden die Teile in klimatisierten Räumen mit 3 D-Messanlagen. Und was die Umwelttechnik betrifft, da ist MS auf dem neuesten Stand der Dinge. Fast schon klein erscheint der Logistikbereich, doch auch hier ist wie in der Produktion bis ins kleinste Detail alles durch getaktet. „Von 24 Mitarbeitern werden im Drei-Schicht-Betrieb zwischen 25 und 30 Lkw pro Tag beladen.

Beim Stadtfest dabei

Um Fachkräfte zu gewinnen, setzte man auf Marketing in der Region, so die Geschäftsführung auf die Frage Ernst Pfisters. Auch beim Stadtfest „Trops“ werde man sich präsentieren. iko

Quelle: Neckarquelle Online vom 27.06.2017

Delegation der FDP-Landtagsfraktion besucht das Medizintechnikcluster Tuttlingen

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Allgemein | 24. Mai 2017

Führung im KARL STORZ Besucherzentrum: Medical Mountains, IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Vertreter der Kommunen sowie Unternehmensvertreter im wirtschaftspolitischen Austausch mit den Vertretern der FDP-Landtagsfraktion unter Vorsitz von Dr. Ulrich Rülke.
Führung im KARL STORZ Besucherzentrum: Medical Mountains, IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Vertreter der
Kommunen sowie Unternehmensvertreter im wirtschaftspolitischen Austausch mit den Vertretern der FDP/DVP-
-Landtagsfraktion unter Vorsitz von Dr. Ulrich Rülke.

Tuttlingen, 16.05.2017: Zu einem politischen Austausch empfing die Clusterorganisation Medical Mountains sowie die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg eine Delegation der FDP-Landtagsfraktion zum Gespräch über wirtschaftspolitische Anliegen im ländlichen Raum.

Im KARL STORZ Besucherzentrum begrüßte IHK-Präsident Dieter Teufel den Fraktionsvorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion Dr. Ulrich Rülke mit drei weiteren Abgeordneten, den Ersten Bürgermeister der Stadt Tuttlingen Emil Buschle sowie den Wirtschaftsdezernenten des Landkreises Tuttlingen. In seinen einleitenden Worten nannte Teufel den zügigen Breitbandausbau, die Stärkung der dualen Ausbildung als gleichberechtigte Bildungsoption sowie die technologieoffene Diskussion zur Weiterentwicklung der Mobilität. „Dies sind die drei drängendsten Herausforderungen, die Wirtschaft und Politik gemeinsam zu bewältigen haben“, so fasste Dieter Teufel die Forderungen an die Politik zusammen.

Dr. Ulrich Rülke verdeutlichte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit zu unterscheiden, wann staatliche Hilfestellung notwendig ist und wann dementgegen der freie Marktmechanismus greifen muss. Bezüglich des Breitbandausbaus forderte Rülke mehr staatliches Engagement der baden-württembergischen Landesregierung, wohingegen er im Bereich der Mobilitätsentwicklung für eine ergebnisoffene Technologiediskussion plädiert, die durch reguläre Marktmechanismen entschieden werde sollte.

Nach Vorstellung der Clusterinitiative Medical Mountains und Technology Mountains verwies Yvonne Glienke (Vorstand Medical Mountains AG) auf die deutlich gestiegenen Anforderungen durch die nun in Kraft getretene Medizinprodukteverordnung, die für Medizintechnikunternehmen der Region zum Innovationshemmnis und zur Kostenbelastung wird. Beispielhaft wurde hierbei auf die Hochklassifizierung von Produkten, der gestiegenen Nachweispflicht durch klinische Studien oder auf die Doppelprüfungen durch Regierungspräsidien sowie Benannten Stellen verwiesen. Die Auswirkungen der neuen Verordnung können somit langfristig auch das Gesundheitssystem negativ beeinflussen, zum Beispiel durch mögliche Preissteigerungen oder durch die Tatsache, dass innovative Technologien, erst sehr spät oder im schlimmsten Falle gar nicht in den Markt kommen, da sich Unternehmen aus Nischenbereichen zurückziehen. „Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen haben mit den neuen Regelungen und dem damit verbundenen Dokumentationsaufwand große Herausforderungen zu meistern“, so Yvonne Glienke. Dies bestätigten auch Herbert Maslanka (Geschäftsführer H. + H. Maslanka-Chirurgische Instrumente GmbH) sowie Landesinnungsmeister der Landesinnung Chirurgiemechanik Hans-Thomas Volzer.

In diesem Zusammenhang regte Dr. Martin Leonhard (Bereichsleiter Technologie Management bei KARL STORZ) erneut die Einberufung eines runden Tisches zwischen Industrie und Regierungspräsidien an, um über effektive Prüfbedingungen zu sprechen.

Zum Abschluss des Besuchs konnte sich die Delegation aus Stuttgart beim Rundgang durch das KARL STORZ Besucherzentrum einen konkreten Eindruck von der Innovationskraft des Medizintechnikclusters Tuttlingen verschaffen. Hierbei wurden unter anderem die Vorteile der 3D-Kameratechnolgie sowie die Fortschritte in der Operationssaalintegration von KARL STORZ präsentiert.

Quelle: Karl Storz GmbH, Link: https://www.karlstorz.com/be/de/delegation-der-fdp-landtagsfraktion-besucht-das-medizintechnikcluster-tuttlingen.htm