Kreisecke „Kulturelle Integration“

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Allgemein | 16. Juni 2017

Die Integrationsplanung, deren vertiefte konzeptionelle Erarbeitung sich der Landkreis für dieses Jahr vorgenommen hat, ist notwendige kommunale und staatliche Aufgabe, weil ohne nachhaltige Erfolge in den zentralen Punkten der Integrationsplanung, der Integrationszielvereinbarung mit Flüchtlingen, dem Erlernen der deutschen Sprache und der Integration in das Bildungswesen wie in den Arbeitsmarkt, gelingende Integration nicht möglich wird. Ebenfalls kommunale wie staatliche Aufgabe, aber weit darüber hinausweisend und von öffentlichen Institutionen allein niemals leistbar, ist die kulturelle Integration, die sich im Sinne eines weitgefassten Kulturbegriffs nicht nur auf Kunst und Literatur bezieht, sondern auch Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen umfasst.

Zu diesem Thema ist vor wenigen Wochen, maßgeblich vom Deutschen Kulturrat initiiert, ein Thesenpapier vorgelegt worden, dessen Inhalt ich hier nur anhand der Kapitelüberschriften skizzieren kann, das ich aber allen an gesellschaftlicher Integration und Teilhabe von Flüchtlingen arbeitenden und interessierten gesellschaftlichen Gruppen zur vertieften und weiterführenden Diskussion sehr empfehlen möchte.

„Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt werden.“, „Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten.“, „Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens.“, „Religion gehört auch in den öffentlichen Raum.“, „Die Kunst ist frei.“, „Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.“, „Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte.“, „Die freiheitliche Demokratie  verlangt Toleranz und Respekt.“, „ Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement.“, „Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie.“, „Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft.“, „Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe.“, „Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen.“, „Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und sozialen Zusammenhalt.“, „Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke.“ – das sind die Überschriften der 15 Thesen. Den vollen Wortlaut finden Sie unter http://kulturelle-integration.de/thesen/.

Die Diskussion um Ziele, Inhalte und Wege kultureller Integration lohnt.

Dietmar Schöning, Vorsitzender der FDP im  Kreistag