Mittwochspalte vom 10.05.2017 Anne Kreim, FDP Stadträtin:

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Allgemein | 11. Mai 2017

Kosten dämpfen, aber Beratung und Betreuung dezentral aufbauen – geht das?

Das fragen sich inzwischen viele Sozialvereine. Das Kostendämpfungsprogramm haben die Gemeinderäte für 5 Jahre beschlossen. Vor diesem Beschluss wurde die Sozialkonzeption erarbeiten und Handlungsfelder definiert, die der Gemeinderat befürwortet hat. Aber der Aufbau von Betreuung und Beratung dezentral wird Geld kosten und wenn die Sozialvereine hier tatkräftig unterstützen, dann kann es keine Kostendämpfung geben. Entgegen der Vorlagen der Verwaltung haben die Gemeinderäte zur Recht die vorgesehene Kostendämpfung bei den Zuschüssen für Vereine am Montag im Gemeinderat zumindest für 2017 abgelehnt. Kostendämpfung soll es im Besonderen durch Prozessoptimierung in allen Bereichen geben. Auf die Vereine angewandt würde diese bedeuten, dass sich die ehrenamtlichen Akteure zusammen mit den Budgetverantwortlichen der Stadt zusammensetzen um über Synergien zu beraten. Auch das ungleiche Vorgehen der Stadtverwaltung, Kostendämpfung nur bei den Sozialvereinen im Haushalt 2017 bereits einzurechnen, reklamierten die Gemeinderäte vehement.

 

Nun übernehmen die Sozialvereine eine wichtige Aufgabe in der Sozialbetreuung und entlasten damit die Stadtverwaltung. Sie sind nicht so aufgestellt, dass sie ein Kostendämpfungsprogramm einfach tragen können. Und Einschnitte in den Personalkosten werden die Beratungs- und Betreuungsleistungen der Vereine kürzen.

 

Und dann soll es in den verschiedenen Sozialräumen Familien- und Stadtteilzentren oder neue Stadtteiltreffs geben mit dem Ziel der Beratung und Betreuung vor Ort. Verschiedene neue Stadtteiltreffs spießen wie Pilze aus dem Boden. Aber es gibt noch keine Konzeption darüber wie kleinteilig und mit welchen Aufgaben und Zielen diese Zentren oder Treffs aufgebaut und entwickelt werden sollen. Da macht „Kostendämpfung“ keine Freude, wenn man vor neuen Herausforderungen steht.

 

Man sollte den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun! Zuerst die Konzeption für die Familien- und Stadtteilzentrun unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Angeboten, dann die Förderrichtlinien für den Sozialbereich und dann die Umsetzung mit Aufbau von Neuem unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Strukturen mit klaren Zielvereinbarungen und längerfristigen Verträgen. Doppelstrukturen müssen vermieden werden, aber finanzielle Sicherheit ist sowohl für die Sozialvereine aber auch für die Stadt wichtig!