Mehr Wohnungen für Tübingen

Aktuelles, Stadtverband Tübingen | 4. Januar 2017

Schöning_im_Gesopräch_72Der hohe Bevölkerungszuwachs, der Tübingen auszeichnet, weil er ja eine Folge der Attraktivität von Stadt und Universität ist, sorgt andererseits dafür, dass es trotz ganz erheblicher Anstrengungen, trotz 10% mehr Wohnungen in den letzten zehn Jahren keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt gibt. Junge Familien sind besonders betroffen; fehlender Wohnraum für Studierende verschärft den Mangel.

Wir brauchen, so meine ich, eine gemeinsame Aktion aller mit dem Thema von Bauen und Wohnen befassten öffentlichen Akteure und gesellschaftlichen Gruppen. Mehr Wohnraum heißt Eigentum und Mietwohnungsbau, heißt frei finanzierter und öffentlich geförderter Wohnungsbau, heißt die Fortführung des bewährten Modells der Baugemeinschaften wie die Entwicklung neuer genossenschaftlicher Formen des Bauens und Wohnens. Und wenn die Universität wächst und die Zahl der Studierenden stark gestiegen ist, darf auch das Land nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden.

Die Stadt ist gefordert, den Rahmen vorzugeben, Klarheit über neue Baugebiete zu schaffen. So muss der Saiben erschlossen werden; denn wir brauchen weitere Baugebiete, innen wie außen. Wenn nötig, muss die Flächenfrage neu gestellt werden. Und bei den Ortschaften ist der Gemeinderat seit 13 Jahren im Wort.

Bei Bund und Land mahnen wir an, was sachkundige Vertreter verschiedener politischer Richtungen schon länger verlangen: Abbau des Übermaßes an bürokratischer Reglementierung; verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen für privates Kapital, gerade auch für geförderten Wohnraum; und ein Landeswohnungsbauprogramm, das den Sachverstand der Wohnungswirtschaft ebenso berücksichtigt wie den der kommunalen Akteure.

Auf dieser Grundlage muss dann ein konkretes Tübinger Konzept gemeinsam verabredet werden, muss ein zahlenmäßiger Rahmen gesetzt werden, für den Wohnungsbau insgesamt wie für den Sozialen Wohnungsbau, im Eigentums- wie im Mietwohnungsbereich, wie schließlich auch im Bereich studentischen Wohnens.

Was sich bei der Planung des Bauens für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen bisher im Wesentlichen gut bewährt hat, sich nämlich mit den verschiedensten Akteuren zu einer großen gemeinsamen Anstrengung zu verabreden, könnte – sicher mit mehr Zeit und noch mehr Gründlichkeit in Vorbereitung und Durchführung – auch für den allgemeinen Wohnungsbau gelten: eine gemeinsame Aktion für mehr Wohnungen.

Dietmar Schöning
Fraktionsvorsitzender der FDP

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