Mittwochsspalte: Beste Wege zum Abitur

0 Kommentare

Allgemein, Bildung | 2. Juli 2016

Foto_SchoeningDie Entscheidung, ob die Stadt Tübingen beim Land einen Antrag stellt, eine eigene gymnasiale Oberstufe für die drei Tübinger Gemeinschaftsschulen zu errichten, rückt näher; die Verwaltung will eine entsprechende Vorlage in die nächste Sitzungsrunde im Juli einbringen. Aber es wird auch eine Alternative geben: auf intensives Drängen von FDP, Tübinger Liste und CDU, die hierzu einen gemeinsamen Antrag eingebracht hatten, hat sich die Verwaltung bereit erklärt, auch eine Vorlage zu erstellen, die auf einen Schulversuch mit verbesserten Übergangsmöglichkeiten von den Gemeinschaftsschulen auf jeweils ein allgemeinbildendes (Partner-)Gymnasium abzielt.

Wir halten es für zwingend erforderlich, diese Alternative ergebnisoffen zu diskutieren. Denn es geht bei der anstehenden Entscheidung ja nicht darum, im Interesse einer bestimmten Schulform die bestehenden Gemeinschaftsschulen um eine Oberstufe zu ergänzen, sondern es geht um die Frage, welches die besten Wege sind, auf denen geeignete Schüler der Gemeinschaftsschulen zum Abitur geführt werden können.

Einen etablierten und überall gut bewährten Weg gibt es: das ist der Weg, der Absolventen der Gemeinschaftsschulen über die beruflichen Gymnasien zu einem vollgültigen, zu jedem Studiengang berechtigenden Abitur führt. Auf diesen Weg setzen alle Gemeinschaftsschulen, die es im Kreis außerhalb der Stadt Tübingen gibt.

Daneben gibt es auch heute die Möglichkeit, bei entsprechender Leistungsstärke direkt auf ein allgemeinbildendes Gymnasium zu wechseln. Diesen Wechsel zu fördern und den Übergang zu erleichtern ist Ziel unseres Antrags.

Eine eigene gymnasiale Oberstufe der Gemeinschaftsschulen dagegen stößt auf die Vielzahl von Bedenken: sie bleibt so klein, dass die Wahlmöglichkeiten für die Schüler stark eingeschränkt sind; die eigenen Prinzipien des Lernens, auf die sich die Gemeinschaftsschulen stolz berufen, werden sich kaum bis zum Abitur durchhalten lassen; Lehrer werden nicht nur an dieser Oberstufenschule, sondern immer auch an einem anderen Gymnasium unterrichten müssen. Vernünftige Rahmenbedingungen für eine neue Oberstufe sind das nicht. Alles spricht stattdessen dafür, Neues aus dem Bewährten heraus zu entwickeln und neben den berufliche Gymnasien auf ein Modell zu setzen, das den Übergang auf die allgemeinbildenden Gymnasien erleichtert und fördert.

Dietmar Schöning
Fraktionsvorsitzender der FDP