Eichstetten als politisches Vorbild

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Allgemein | 19. Oktober 2011

EICHSTETTEN. Zweistellige Wahlergebnisse sind für die FDP in Eichstetten nichts Besonderes. Kein Wunder, dass die Liberalen jüngst ihren Bezirksparteitag in der örtlichen Turn- und Festhalle abhielten. Neben der einen oder anderen Polit-Prominenz war vor allem die gastgebende Kaiserstuhlgemeinde der Star der Tagung.

 

Allen voran Gemeinderat Albert Schmidt war es zu verdanken, dass die südbadische FDP in Eichstetten gastierte, musste der Termin doch auf Grund des außerordentlichen Bundesparteitags Anfang November in Frankfurt vorverlegt werden. Bürgermeister Michael Bruder freute sich jedenfalls sehr über den hohen Besuch in seiner Gemeinde und verkündete stolz, dass Eichstetten seit Jahren schuldenfrei sei, was bei den Delegierten offensichtlich Eindruck hinterließ. Wir haben allerhöchsten Respekt vor allen Gemeinden und Ländern, die keine Schulden haben und machen, lobte der FDP-Bezirksvorsitzende Ernst Burgbacher in seiner Rede. 

Allgemein habe die FDP schon bessere Zeiten in Südbaden erlebt, wobei auch die schwindende Loyalität zwischen den Bürgern und bestimmten politischen Richtungen eine Rolle spiele. Allerdings halte er zweistellige Wahlergebnisse wie dereinst in Eichstetten nicht für unmöglich, so der Bundestagsabgeordnete weiter. Was Verschuldung angeht, können wir in Deutschland und Europa sogar von Eichstetten lernen, erklärte Burgbacher in seinem 9-Punkte-Programm zur Partei-kursfindung, worin er sich unter anderem für Gehaltsobergrenzen und gegen hohe Abfindungen nicht nur für Bänker aussprach. Des Weiteren solle sich der Staat aus der Privatsphäre der Bürger raushalten. Gleichzeitig rief der Bezirksvorsitzende zu innerparteilicher Einheit und Einigkeit auf. Die gelbe Sonne am blauen Kaiserstühler Himmel untermalte Burgbachers Ansprache aufs Trefflichste.

 

Für großes Kino sorgte die Verabschiedung des ehemaligen baden-württembergischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister, der sich neuen beruflichen Herausforderungen in Südamerika stellen möchte und mit stehenden Ovationen der 94 Delegierten bedacht wurde. In anderem Sinne verabschiedet wurden einige Satzungsänderungen, wie zum Beispiel die Abschaffung des nur auf dem Papier existenten Bezirksausschusses oder die Aufnahme der Liberalen Frauen in die Satzung. Aktiv wurde das Plenum auch beim Mitgliederentscheid zu den geplanten Maßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise in Europa, bei dem beispielsweise verbindliche Regeln für die Umschuldung von Staaten, denen die Zahlungsunfähigkeit droht, beantragt wurden. Beschlossen wurde dies nach einem imposanten Vortrag des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Florian Toncar über selbiges Thema.

Insgesamt bewirkte der Bezirksparteitag eine Aufbruchstimmung unter den Liberalen. Ohne ein Eichstetter Viertele wollte Burgbacher seine Parteifreunde aber am Ende nicht nach Hause lassen.

Foto oben: Abschiedsrede vor den Delegierten der FDP in Südbaden: Der ehemalige Stuttgarter Wirtschaftsminister Ernst Pfister, der in Südamerika eine neue berufliche Herausforderung sucht. Foto: Roman Kirner

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Quelle: Badische Zeitung, Kreis Breisgau- Hochschwarzwald, von Mittwoch, 19.10.2011
Online: http://www.badische-zeitung.de/eichstetten-als-politisches-vorbild

Veröffentlicht am 18. Oktober 2011 in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
Redakteur: Roman Kiener