119. Liberaler Frühschoppen mit Pascal Kober

Süßen, den 17. Juli 2016
Wird Deutschlands Freiheit auch am Niger verteidigt?

Bundeswehrseelsorger Pascal Kober, Stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Demokraten in Baden-Württemberg, war bis vor kurzem in Mali. Die Bundeswehr hilft dort seit 2013 gemeinsam mit Truppenteilen anderer Staaten im Rahmen von EU- und UNO-Missionen bei der Ausbildung einheimischer Kräfte.

Nico Stahl, Hans-Peter Semmler, Pascal Kober

Nico Stahl, Hans-Peter Semmler, Pascal Kober

Zugleich sorgen die internationalen Truppenkontingente auch für Stabilität in dem seit Jahren von Bürgerkriegen zerrissenen, westafrikanischen Land am Südrand der Sahara

Mit seinem Auslandsbericht hat Pascal Kober der Frühschoppenrunde die Hintergründe des Mali-Konflikts aufgezeigt: Ausgehend von der nachkolonialen Staatenbildung entlang der alten Kolonialgrenzen hat sich in Mali seit 1960 im Laufe der Jahre ein verhängnisvoller Stammeskonflikt entwickelt.

Seinen Mali-Bericht illustrierte Kober mit eigenen Fotos über Land und Leute, über uralte Kulturen und über die oftmals bizarre Landschaft samt dem mächtigen Wasserlauf des Niger.

Das bitterarme Land in der Mitte Westafrikas hat 35 lokale, einheimische Sprachen; Amtssprache ist Französisch. In Mali leben über 15 Millionen Einwohner. Die Landwirtschaft vermag die stark steigende Anzahl nur unzureichend zu ernähren; Industrie gibt es praktisch nicht. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, allerdings die Korruption aber auch.

Zu der internationalen Truppenpräsenz im Zuge der Ausbildungs- und Stabilisierungsmissionen gehören seit mehreren Jahren auch drei Bundeswehrstandorte. In der Hauptstadt Bamako und an zwei weiteren Standorten in der Mitte des Landes und im Norden sind insgesamt bis zu 950 deutschen Soldaten stationiert. Sie leben in besonderen Camps mit eigener Logistik und Infrastruktur.

Die Situation in Mali ist gekennzeichnet von rivalisierenden Bürgerkriegsparteien mit fanatisch islamistischer Grundhaltung, die sich nicht an Friedensinitiativen beteiligen. Die europäische Solidarität hat zum Ziel, ein Überschwappen dieser fundamentalterroristischen Tendenzen in Richtung Mittelmeer zu verhindern.

Damit ist die Bundeswehrmission in europäischer Solidarität am Niger auch ein Beitrag zur Sicherheit Deutschlands.

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